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Das hat nichts…

focus_packshotAusnahmsweise ein Blogtext, der nichts mit Energie zu tun hat, aber mit dem Autor Alexander Wendt: Mein Beitrag zur Titelgeschichte des neuen Focus beschäftigt sich nach dem Massaker von Paris mit der Frage, welcher Islam zur Demokratie passt.

Das hat nichts mit dem Islam zu tun? Doch!

Der neue  Titel des FOCUS stellt die Frage: Hat der Islamismus wirklich nichts mit dem Islam zu tun? Sie stellt die Frage nach der Freiheit des Westens, aber auch nach seiner Feigheit.

 Zwei Sätze aus dem Deutschland des Januar 2015, unmittelbar nach dem Charlie-Hebdo-Massaker in Paris. Der erste: „Wie kann so etwas kein Problem für die Muslime sein oder ’nichts mit dem Islam zu tun haben’, wie es so häufig heißt?“ Der zweite: „Das hat nichts mit dem Islam zu tun.“ Der erste Satz stammt von liberalen Muslimen des Instituts für Islamische Studien der Universität Frankfurt. Die zweite Aussage von Sigmar Gabriel und etlichen anderen deutschen Spitzenpolitikern. Während sich unter reformorientierten Muslimen erstmals deutliche Selbstkritik regt, halten es viele Politiker für ihre Pflicht, zu beschwichtigen und „den Islam“ pauschal zu einem Teil Deutschlands zu erklären.

Zu den Spitzenpolitikern, die sich gegen die simple Gegenüberstellung von einem vermeintlich unproblematischen Islam und „Islamophobie“ wenden, gehört der CDU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach, der im neuen FOCUS ausführlich zu Wort kommt. Bosbach bekräftigt seine Auffassung, der Islam gehöre nicht zu Deutschland. Der Satz von Bundeskanzlerin Merkel, der Islam gehöre zu Deutschland, sei „nicht richtig“, so der Unionspolitiker. Das Argument, er schade Merkel mit seinem Widerspruch in der Islamfrage, will der Unionsmann nicht gelten lassen. „Ich bin nicht gegen Frau Merkel, ich würde mich für sie in jede Schlacht werfen. Aber wenn ich der Auffassung bin, dass der Satz ‚der Islam gehört zu Deutschland‘ meiner Überzeugung nach nicht richtig ist, dann erlaube ich mir auch öffentlich zu erklären, warum“, so Bosbach zu FOCUS. Der CDU-Innenpolitiker sagte, er habe in den letzten Tagen massenhaft Zuschriften zu dieser Debatte erhalten „99 Prozent zustimmend“.

Ebenso lehne er die Formel „das hat nichts mit dem Islam zu tun“ als Reaktion auf islamistische Anschläge ab. “Wann immer es zu einem islamistisch-terroristischen Anschlag kommt, heißt es sofort: „Das hat nichts mit dem Islam zu tun!“ Natürlich hat ein Anschlag nichts mit der großen Mehrheit der Muslime zu tun, das sind unsere Nachbarn, Arbeitskollegen, Sportkameraden. Und die meisten Terroropfer sind ja selber Muslime. Aber wenn Terroristen als Motivation für ihre Taten auf ihre eigene religiöse Überzeugung verweisen, oder wenn sich ein Terror-Regime ausdrücklich selber als „Islamischer Staat“ bezeichnet, dann müssen diese Phänomene doch etwas mit dem Islam zu tun haben“, argumentierte er in FOCUS.

Bosbach regt außerdem an, eine Vollverschleierung von Frauen in öffentlichen Gebäuden zu unterbinden. „Wir sollten ernsthaft prüfen, ob wir nicht ein Verbot der Vollverschleierung in öffentlichen Räumen beschließen sollten“, so der Unionspolitiker. „Wenn ein Richter damit Probleme hat, dass während einer Urteilsverkündung in einem Prozess über einen islamistischen Gewalttäter im Zuschauerraum voll verschleierte Personen sitzen, dann ist der Mann nicht islamophob, dann sind seine Sorgen berechtigt.“

Die ganze Titelgeschichte nur im gedruckten Focus am Kiosk oder zum Download auf www.focus.de

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